Sybille

Aufbrechen und Ankommen. Jede Veränderung im Leben bedeutete ein Aufbrechen mit neuen Herausforderungen: Der Umzug von meiner Geburtsstadt Weimar nach Meiningen zum Beispiel, die Eheschließung mit meinem Mann, die Geburten meiner beiden Kinder, der Beruf, den ich viele Jahre lang ausübte, und letztlich auch der Vorruhestand. Obwohl ich „da“ bzw. „darin“ war, dauerte es doch mehr oder weniger Zeit, ehe das Ankommen gelang.

Dem „Zauber des Anfangs“ jedoch folgte die Geborgenheit des Angekommenseins. Zwei Dinge sind für mich dabei ausschlaggebend gewesen: Das Loslassenkönnen und die Menschen, mit denen ich zusammen lebte. Letztere waren auch wichtig gewesen in Situationen, in denen es kein Ankommen für mich gab. Situationen, die von Ungerechtigkeit, Unmenschlichkeit und Würdelosigkeit geprägt waren und geändert werden mussten bzw. heute noch müssen. Sie bleiben die ständige Herausforderung, damit auch andere Menschen, die aufbrechen mussten, gut ankommen können.

Sybille, Deutschland