Sonja

Ankommen – Was verbindet man mit Ankommen? Man kann an einem Ziel, einer Karriere, an einem Ort, in der Ehe oder auch bei sich selbt ankommen. Wo bin ich angekomme? Wo möchte auch ich bleiben? Ich war ein Mal angekommen in meiner Heimat. Im schönen kleinen Aalen. Doch die Neugierde zog mich weg. Erst für kürzere Aufenthalte und Jobs ins Ausland. Vor allem nach Spanien. Dann war ich infiziert mit dem Reisevirus und es ging nach Barcelona und ins Baskenland nach San Sebastián. Im Zuge der Wirtschaftskrise konnte ich nicht bleiben und wollte die Welt entdecken. Es ging nach Vancouver, Vancouver Island, die Westküste Amerikas entlang nach Mexiko, zurück nach Deutschland ins schöne Karlsruhe und nach München, dann gen Griechenland und wieder nach Deutschland. Ich war zeitweise wie ein Hamster im Hamsterrad.

Nun bin ich zurück in Baden-Württemberg und hier angekommen? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wohne und arbeite ich in der Nähe meiner Heimat und bin geschäftlich sehr viel unterwegs, v.a. in Spanien. Vielleicht ist das die Lösung, denn egal, wo ich bin, vermisse ich doch irgendetwas von woanders. Manchmal wünschte ich, alle Menschen, denen ich begegnet bin, wären an einem Ort. Oder dass ich nie irgendwo hingegangen wäre und auch heute noch jeden im Ort kennen würde. Aber vermutlich hätte ich das nicht können. Die Neugierde war zu groß. Ich habe das Tanzen für mich entdeckt, Wassersport probiert, wunderschöne Natur gesehen und Sprachen gelernt. Auf der anderen Seite möchte man aber auch irgendwo daheim sein. Man sucht Stabilität. Vielleicht werde ich irgendwann ankommen, vielleicht auch nicht. Vielleicht muss man das auch nicht. Vielleicht ist das Leben einfach ein ständiges „An“kommen und Gehen.

Sonja, Deutschland | die Welt.