Friederike

Der Weg zum Theologiestudium war nicht eben. Die Schule verwehrte mir den Zugang zum Abitur aus politischen Gründen. Eine Ausbildung im kirchlich-diakonischen Bereich deshalb nicht die 1. Wahl  – rückblickend aber geradezu eine Initialzündung für so Vieles, was ich dann in Studium und Arbeit aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen konnte und kann.Gott kann eben auch auf krummen Zeilen gerade schreiben… Schon von Anfang an hat mich die Begleitung von Kindern und Familien in Krankheit, Abschied und Trauer interessiert, ein Thema, welches mich seitdem umtreibt.

Seit 17 Jahren bin ich dafür in begleitenden und ausbildenden Bezügen unterwegs. Mit Familien Trauerorte zu suchen und zu finden, ist dabei immer wichtiger geworden. Zum Beispiel in der kirchlichen Kunst, gibt es solche schon seit Jahrhunderten in Form von Epitaphien: Gedenktafeln und -steine für Kinder. In eindrücklicher Weise begleiten diese Zeugnisse aus Holz und Stein die Suche. Dort, wo schon Generationen vor uns Orte für Trauer, Gedenken und Trost gefunden haben, kann ich neue Zugänge aufzeigen. Die Bildhaftigkeit erklärt sich oft von selbst, die Texte helfe ich erschließen. Wo diese Orte für Angehörige gefunden werden, werden sie ein Stück Heimat. Wenn das gelingt, spüre auch ich: Ich bin angekommen.

Friederike, Deutschland